Fraggen, Raiden und Ich


GTA 4: Ich glaub´ dem Hype nicht mehr
März 18, 2009, 11:19 am
Filed under: Computer, Games, Rant, Spiele | Schlagwörter: , , ,

Vor einiger Zeit habe ich mir GTA4 gekauft. Ich bin ziemlich spät dran damit, aber erstens gab es das Game lange nicht für PC und zweitens musste ich eben diesem vorher noch eine bessere Hardware spendieren, bevor meine Maschine überhaupt die Anforderungen erfüllte. Dann war ich mit Fallout 3 durch und bereit für neue Schandtaten und habe zugeschlagen.

Ich war völlig überzeugt davon, dass dieses Spiel gut ist. Ich habe soviel Gutes gelesen, alle Bewertungen waren extrem hoch, Auszeichnungen gabs auch genügend. Also voller Vorfreude die DVD eingelegt und losgelegt. 3 Stunden später war die komplizierteste Installation meines Lebens abgeschlossen, inklusive Update auf Service Pack 3 und weiterem Schmonses. Zu diesem Zeitpunkt war meine Vorfreude schon etwas gedämpft. Die ersten Spieleindrücke bestätigten das dann, weil eigentlich alles nur ruckelte. Also weiter installiert, Grafiktreiber und Patch. Hurra, danach war die Performance einigermaßen erträglich und normales Spielen möglich.

Es hat insgesamt sicher 6 Stunden gedauert, bis das Spiel überhaupt richtig lief. Aber ich bin ja geduldig. Endlich konnte ich die ersten Missionen spielen, schöne Cutscenes, nette Charaktere, sehr überzeugend und glaubwürdig dargestellt. Ich kam mir vor wie in einem Film. Allerdings ging es da schon wieder längst mit den Abstürzen los. Stundenlanges Spielen am Stück ist bei mir nicht möglich, weil das Spiel immer wieder abschmiert. Dank der nicht vorhandenen Möglichkeit, zu jeder Gelegenheit zu speichern, kommt da manchmal Frust auf, wenn man dieselbe Mission schon zum dritten Mal starten muss.

gta4

Was mir aber am wenigsten gefällt, ist die Art, wie GTA4 mit Gewalt umgeht. Fallout 3 ist in dieser Hinsicht ja auch nicht gerade zimperlich, ganz im Gegenteil. Es ist sogar ziemlich explizit. Ich war richtig schockiert, wie brutal es da zugeht. Allerdings lässt sich als Spieler Gewalt oft vermeiden, man kann als heiliger Paladin durchs Spiel gehen. Wenn es dann Gewalt gibt, dann trifft es von der Seite des Spielers aus fast immer nur die wirklich bösen, schlechten Charaktere. Es gibt durch Dialogoptionen und Heimlichkeit fast immer verschiedene Lösungswege, und es gibt keine sinnlose Gewalt, wenn man das nicht möchte. Ganz im Gegenteil, man kann sich immer für die Leidenden einsetzen und versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

In GTA 4 gibt es fast nur sinnlose Gewalt. Gib Niko ein paar Dollar, und er knallt im nächsten Hinterhof 10 Leute nieder. Und das war dann eigentlich auch schon die ganze Mission, irgendeinen tieferen Sinn sucht man vergebens. Ich hab bis jetzt vielleicht das halbe Spiel durch und wahrscheinlich schon mehr Leute auf dem Gewissen als Rambo. Dabei ist das Spiel nicht einmal besonders bluttriefend und schaurig, eigentlich wirkt alles eher harmlos. Alles ist so beiläufig. Andauernd überfährt man mit gestohlenen Autos unabsichtlich Fußgänger. Die überall präsente Polizei ist vollkommen machtlos, wenn es darum geht, Niko, den dutzendfachen Massenmörder, festzunageln. Es kann einem leicht passieren, dass man auf dem Weg ins nächste Internetcafé aus Versehen ein paar Leute umbringt, weil man wieder mal zu schnell unterwegs ist. Ist aber auch vollkommen egal, Konsequenzen hat das überhaupt keine.

Alles in allem bin ich nicht begeistert von GTA 4. Die Cutscenes sind gut und erzeugen eine schöne Athmosphäre, und vielleicht würden sie aneinandergereiht ja einen spannenden  und erschreckenden Film ergeben, wenn auch die Missionen so abgefilmt wären. Selber Spielen ist aber mühselig wegen den dauernden Abstürzen und der gewissenlosen beiläufigen Gewalt, zu der man selber dauernd gezwungen wird. Nachmittags ein paar Leute umlegen und danach zum Bowlen mit der Freundin? Möglich, dass es tatsächlich Leute gibt, die sowas machen, aber warum muss ich so jemanden spielen?

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8 Kommentare so far
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Ein Großteil der Gewalt in GTA war schon immer sinnlos, abstrakt und fragwürdig. Und GTA IV geht einen Schritt weiter, denn bei ein paar Missionen sagt man sich eigentlich: „Das will ich gar nicht machen, warum habe ich nicht die Wahl?“ Aber genau das will das Spiel erreichen, Grenzen überschreiten. Niko wird im Laufe des Spiels trotzdem noch zu einem sympathischen Kerl, der sich wenig um seine Aufträge schert, solang die Belohnung stimmt – hat vielleicht auch mit seiner Vergangenheit zu tun.

Spielerisch und kann GTA IV aber überzeugen, vor allem die Umsetzung der Stadt finde ich grandios. Den Bewertungen nahe der 100er Marke kann ich aber auch nicht zustimmen – dazu sind mir die Missionen insgesamt zu abwechslungsarm. Ich verstehe zwar deine Kritik, allerdings passt sie zu jedem GTA – die Gewalt ist immer beiläufig, das ist Teil der Gesamtsatire die GTA darstellt (hauptsächlich auf die amerikanische Gesellschaft)

so far
Tom

Kommentar von Tom

Hi there,
Super post, Need to mark it on Digg

Thanks
Robor

Kommentar von Robor

yes, GTA is a great game. I have not stopped playing everyday since the day I bought it.

Kommentar von Aeolia schenberg

Tja da bin ich der Mewinung – sinnlose Gewalt? Immer her damit! Ich mein es ja dann trotzdem die Entscheidung des Einzelnen ob er das Spiel dann spielt oder nicht?!
Ich habs auch zuhause und finds genial, aber in einem hast du sicher Recht – sehr mühsam mal irgendwie zu starten….

Kommentar von shrekundfiona

Sinnlose Gewalt gabs wirklich schon im ersten GTA. Man erinnert sich vielleicht noch an die Vogelperspektive und die mangelhafte Graphik. Man konnte seinem sadistischen Trieben immer schon freien Lauf lassen und Passanten verprügeln, anschießen und überfahren, nur standen diese immer wieder auf, ist das beim IV Teil anders? Die Beiläufigkeit von Gewalt ist sicher ein Faktor, der angesprochen werden muss, jedoch verstehe ich dieses Spiel auch eher als eine Gangstersatire. Wer Mafiafilem gesehen hat, kennt die Wechselszenerien im Leben der Ganoven. In Good Fellas zum Beispiel bringen die Mafiosi Samstag Nacht einen der ihren zur Strecke und fahren dann nach Hause zum sonntäglichen Familienausflug.

Kommentar von Sebastian Klein

@all: Ihr habt sicher Recht, man sollte das Spiel, das ja dezidiert Erwachsenenunterhaltung ist, mehr als Satire betrachten. Mir persönlich fehlt einfach die Möglichkeit, Aufträge abzulehnen und trotzdem die Handlung voranzutreiben. Trotz seiner Vergangenheit könnte Niko ruhig ein Gewissen haben ^^.

Kommentar von Sel

Wenn du bei 50% des Spiels bist, wirst du wissen, dass Niko ein Gewissen hat. Man erinnere sich an Dwayne oder Mc Redingsbums.

Kommentar von Mexikaner

Ich muss wohl doch noch weiterspielen, am Wochenende hätte es mich eh schon wieder fast gereizt. Vielleicht läuft es ja jetzt auch stabiler ;-).

Kommentar von Sel




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